Ezechiel

Sah der Prophet Ezechiel ein außerirdisches Raumschiff?

Eine biblische UFO-Sichtung?

„Es geschah im dreißigsten Jahre, im vierten Monat, am fünften Tage des Monats, als ich unter den Verbannten am Flusse Kebar weilte, da öffnete sich der Himmel, und ich sah göttliche Gesichte“, heißt es zu Beginn des ersten Kapitels (Vers 1), im Buch Ezechiel, ind der Bibel.

Der Urheber dieser Zeilen, war der Priester und Prophet Ezechiel (auch Hesekiel genannt). Er war damals vermutlich 29 Jahre alt und man schrieb das Jahr 593 v. Chr. – genau war es der 5. April 593. Damals also „öffnete sich der Himmel“, wie es heißt, und was anschließend geschah erzählt uns der biblische Prophet fast minutiös in den folgenden Versen:

Die biblische Interpretation der Vision des Propheten Ezechiel
Bild: Die biblische Interpretation der Vision des Propheten Ezechiel (Hesekiel). Schnorr von Carolsfeld 1851-1860.

Es „kam über mich die Hand des Herrn. Ich schaute, und siehe, ein Sturmwind kam von Norden und eine große Wolke, rings von Lichterglanz umgeben,.. loderndes Feuer,.. aus seinem Innern,.. leuchtete es hervor wie Glanzerz.“ Und es „wurde etwas sichtbar, das vier lebenden Wesen glich,.. Sie hatten Menschengestalt. Vier Gesichter,.. vier Flügel. Ihre Füße waren gerade und ihre Fußsohlen wie die Sohlen eines Kalbes, und sie leuchteten wie der Glanz von geglättetem Erz.“ Die Wesen „hatten Menschenhände unter ihren Flügeln, Und ihre Gesichter,.. waren in die vier Richtungen gewandt. Ihre Flügel berührten einander; sie wandten sich nicht beim Gehen; ein jedes ging gerade vor sich hin.“ Sie hatten „ein Menschengesicht,.. ein Löwengesicht,.. ein Stiergesicht,.. ein Adlergesicht“. Und „ihre Flügel waren nach oben hin ausgespannt; je zwei bedeckten ihre Leiber.“

Und weiter berichtet Ezechiel: „Inmitten der Lebewesen sah es aus wie feurige Kohlenglut,..“ und „je ein Rad war auf dem Boden neben den Wesen,..“ Diese Räder sahen aus „wie der Glanz des Chrysoliths“ und sie waren ausgeführt, „als ob ein Rad durch ein anderes ginge. Sie liefen nach vier Richtungen und wandten sich nicht  beim Gehen“. Sie hatten „hohe Felgen… voll von Augen ringsum.., und wenn die Wesen gingen, gingen auch die Räder, und wenn die Wesen von der Erde sich erhoben, so erhoben sich auch die Räder“.

Über ihnen  „war eine Art Feste, leuchtend wie Kristall, ausgespannt über ihren Häuptern,.. und wenn sie gingen hörte ich das Rauschen ihrer Flügel wie das Rauschen vieler Wasser, wie die Stimme Schaddais, ein brausendes Geräusch wie das Geräusch eines Heerlagers; wenn sie  aber standen ließen sie die Flügel sinken, und es gab ein Geräusch“.

„Oberhalb der Feste,.. da war etwas, das aussah wie Saphirstein und einem Throne glich,..“ und darauf war „eine Erscheinung, die das Aussehen eines Menschen hatte. und… es funkelte wie Glanzerz, wie Feuer,.. Oberhalb dessen, was wie seine Hüften aussah, sah ich etwas, was wie Feuer aussah,.. einen Lichtglanz ringsumher. Wie die Erscheinung des Bogens, der in den Wolken steht am Tag des Regens,..“ war der „Lichtglanz ringsum. So sah das Schaubild der Herrlichkeit des Herrn aus. Ich schaute und fiel auf mein Angesicht und hörte die Stimme von einem, der redete“ (Vers 3-28).

Die Räder nach biblischer Tradition
Bild: Die Räder nach biblischer Tradition (Ausschn. einer Grafik von 1536.)

Das ist die so genannte „Vision vom Thronwagen Gottes“, wie es in der Bibel heißt und tatsächlich erscheint die Schilderung Ezechiels etwas eigenartig. Was hat er wirklich gesehen, dass er eine derartige Ausdrucksweise benutzen musste? Ein natürliches, für den Propheten alltägliches Ereignis, scheint es nicht gewesen zu sein. Er bediente sich der Floskel „sah aus wie“ und er konnte sich die offensichtlich fremdartigen technischen Attribute des „Thronwagens“ nicht erklären.

Für viele Forscher im Jahrhundert der Raumfahrt war diese biblische Schilderung eindeutig eine Begegnung mit einem außerirdischen Raumschiff. Schon 1962 meinte der österreichische Geologe und Paläontologe Dr. Herbert Schaffer, diese Schilderung sei nichts anders, als der Landevorgang eines Raumschiffes. Er glaubte dieses „Raketenfahrzeug“ wirbelte mit seinen „Feuer speienden Düsen Staub auf… Die Apparaturen an den vier Ecken sahen beinahe wie menschliche Wesen aus, jedoch handelte es sich um Teilroboter, die fest mit der Landefähre verbunden waren… Unter den Flügeln an den vier Seiten waren Roboterarme, wie Menschenhände geformt…“ Anhand einer Skizze hat Dr. Schaffer seine Überlegungen erörtert. Darauf erkennen wir die Form des „Teilroboters“, der „klappbaren Rotoren“ und als Landebeine „schwenkbare Stoß dämpfende Teleskoprohre“. Weiters soll das gesamte Raketenfahrzeug einen zentralen Antrieb und oben eine Kommandantenkabine gehabt haben. „Die von Ezechiel beschriebenen ´vieläugigen Räder´ seien“, nach Dr. Schaffer, „nichts anderes als verschieden arretierbare Kugeln“ gewesen.

Im Jahr 1965 identifizierte Robert Charroux die Begegnung Ezechiels am Flusse Kebar (etwa 160 km südöstlich von Bagdad), mit „dem Phänomen, das heute unter der schlagwortartigen Bezeichnung ´Fliegende Untertasse´ bekannt ist“, und er meinte, dass der „Himmelswagen Ezechiels oder die ´Wolke´ eine Flugmaschine ist“. Diese hatte zwei Hände und jeweils vier Flügel, „entsprechend den Rotoren bzw. Drehflügeln eines Hubschraubers“, und überhaupt scheinen, nach Robert Charroux, die „Cherubim, mit einer Art von persönlichem Hubschrauber“ ausgerüstet zu sein, „ähnlich den modernen ´rocket belt men“. Die Räder sollen wir uns, nach dem französischen Forscher, „wie einen Stapel von Reifen übereinander gelegt“ vorstellen. Die „Flugmaschine besitzt an ihrem vierfachen Rumpf, Reihen von Rundfenstern“ und der oben sitzende Astronaut besitzt einen „durchsichtigen Kunststoffhelm“, nach Robert Charroux, wie die Astronauten des 20. Jahrhunderts.

Erich von Däniken, als Schweizer, verglich 1969 diese Schilderung des Propheten Ezechiel, mit der Abfertigung der Passagiere auf einem Schweizer Airport, was seiner Meinung nach, „beachtliche Assoziationen zulässt“. Er schrieb aber schon ein Jahr zuvor 1968: „Wieder stehen wir vor einem Konvolut von Fragen. Wer sprach mit Hesekiel? Was waren das für Wesen? Götter der herkömmlichen Vorstellung  waren es gewiss nicht…“ Die Räder dieses „Fahrzeugs“ waren, nach Däniken, „Spiralwalzen, wie sie die Amerikaner im Wüstensand und in Sumpfgebieten einsetzen“.

Jochim Pahl, der die Vision Ezechiels „auf Anfang Juli 593 v. Chr. datiert“ und der 1971 meinte, dass damals in biblischen Zeiten „vier Männer in silbernen Raumanzügen einem raketengetriebenen  Flugobjekt entstiegen. Sie hatten vier Ein-Mann-Hubschrauber bei sich und entluden zusätzlich ein Landefahrzeug mit ineinander greifenden Rädern, das sich in vieler Hinsicht mit dem russischen Lunochod vergleichen lässt“.

Diese „beachtlichen Assoziationen“ kamen schließlich auch einem amerikanischen Nasa-Ingenieur zu Ohren. Er wollte nicht glauben, dass der biblische Prophet Ezechiel, ein technisches Fahrzeug gesehen haben soll. Es war der gebürtige Österreicher Josef F. Blumrich, damals Leiter der Abteilung Projektkonstruktion bei der Nasa. Seine Sicherheit die Raumschiff-Version widerlegen zu können, schlug bald in Neugier über und er kam zu dem Schluss: „Man kann das allgemeine Aussehen der von Ezechiel beschriebenen Raumschiffe aus seinem Bericht herauslesen. Man kann dann, und zwar als Ingenieur, völlig unabhängig vom Bericht ein Fluggerät solcher Charakteristik nachrechnen und rekonstruieren. Wenn man dann feststellt, dass das Resultat nicht nur technisch möglich ist, sondern sogar in jeder Hinsicht sehr sinnvoll und wohldurchdacht, und ferner im Ezechiel-Bericht Details und Vorgänge beschrieben findet, die sich mit dem technischen Ergebnis ohne Widerspruch decken, dann kann man nicht mehr nur von Indizien sprechen. ich habe gefunden, dass Ezechiels Raumschiff sehr glaubhafte Dimensionen hat und einem Stand der Technik angehört, den die heutige Menschheit erst in wenigen Jahrzehnten erreichen wird.“ Das alle ist nachzulesen in Josef F. Blumrichs Buch „Da tat sich der Himmel auf“ von 1973.

Der Nasa-Ingenieur kam schließlich zu folgendem Aussehen und folgenden Daten des Ezechiel-Raumschiffs:

Das Ezechiel-Raumschiff nach J. F. Blumrich
Bild: Das Ezechiel-Raumschiff nach J.F. Blumrich.

Das Ezechiel-Raumschiff nach J. F. Blumrich:
Spezifischer Impuls                       Isp =     2080 Sekunden
Konstruktionsgewicht                  Wo =  63.300 Kilogramm
Treibstoff für den Rückflug           W9 =  36.700 Kilogramm
Gesamtgewicht                                 G  =      100 Tonnen
Durchmesser des Hauptkörpers      D =         18 Meter
Rotordurchmesser                             Dr =         11 Meter
Rotor- Antriebsleistung (gesamt)    N  =  70.000 PS

Laut Blumrich stellt der Hauptkörper „eine Art Feste (Ez, 22,1) dar, die vier Hubschrauber die „vier lebenden Wesen (Ez. 5,1), ebenso vier Flügel, die ein jedes hatte (Ez. 6,1) und vier Gesichter“ und die Kapsel das „thronähnliche Gebilde, das aussah wie Saphirstein (Ez. 26,1)“. Im ganzen erinnert die Form, so Blumrich, mehr an einen „Brummkreisel, mit denen Kinder spielen, als an ein futuristisches Fluggerät“, mit „quasi-konischen Unterteil“. Das ganze soll ein teilweise Helikopter und teilweise atomar getriebenes Fluggerät darstellen. Die Idee dieser Formgebung erhielt Blumrich von einem Kollegen: „von Roger A. Anderson vom Langley Forschungs-Zentrum der Nasa entwickelt und im Dezember 1964 veröffentlicht“. Die Idee zu diesem Raumschiff gab es also schon lange vor Erscheinen des Buches von Blumrich im Jahr 1973.

Entscheidend ist aber, ob der biblische Prophet tatsächlich ein derartiges Raumschiff gesehen hat. Kann man angesichts von „vier lebenden Wesen“, die je „vier Flügel“ und „Menschengestalt“ hatten von einem technischen Fahrzeug sprechen? Ein derartiges Aussehen haben gewöhnlich die religiösen Vorstellungen von Engel. Ein Fluggerät hat keine Flügel wie Engel oder auch Vögel, sondern Tragflächen. Kann man Rotorblätter, wie sie auch Hubschrauber haben, mit Flügel vergleichen? Hätte Ezechiel Rotorblätter gesehen, hätte er sie wahrscheinlich anders beschrieben vielleicht als waagrecht kreisende Stäbe um die Köpfe der Wesen.

Auch zylindrische Körper als Wesen anzusehen ist doch etwas sehr weit hergeholt. Die Wesen „schossen“ andererseits „gleich Blitzen hin und her“. Ezechiel sah auch eindeutig einen Regenbogen, eine  „Erscheinung des Bogens, der in den Wolken steht am Tag des Regens“. Ist die „feurige Kohlenglut“ inmitten der Wesen als ein in Betrieb stehender Kernreaktor anzusehen? Kann man den Lärm der laufenden Rotorblätter als „Geräusch eines Heerlagers“ bezeichnen, wie es Ezechiel beschreibt? Klingt das Murmeln, Schreien, Lachen oder Singen der Soldaten, das Klirren der Schwerter, das Wiehern der Pferde, wie der Lärm laufender Rotorblätter eines Fluggeräts?

Wie schon beschrieben sah Ezechiel recht eigenartige Räder: „Die Art ihrer Ausführung war so, als ob ein Rad durch ein anderes ginge“ (Ez. 16,1). Also Räder, die sich ineinander verschränken. Um dieser Schilderung halbwegs gerecht zu werden, entwarf der Nasa-Ingenieur ein achtspeichiges Rad „mit fassförmigen Segmenten“, das eine Bewegung senkrecht zur Radebene ermöglichen soll. Räder also, die sich nicht nur auf herkömmliche Art fortbewegen, sondern sich auch seitlich fortbewegen können ohne zu schwenken. Das sollen fassförmige Segment ermöglichen. Diese müssten innerhalb des Rades eigens angetrieben werden. Eine Radform, die sicher nie so eingesetzt werden wird, weil sie nicht nur technisch kompliziert sondern überhaupt unpraktisch ist. Hier könnte man besser gleich kugelförmige Rollen verwenden. Blumrich hat sich jedenfalls vorsichtshalber seine Konstruktion 1974 patentieren lassen.

Die Räder des Blumrich-Raumschiffs sehen andererseits aus der Entfernung nicht wie „Räder inmitten von Rädern aus“, sondern eher wie ganz gewöhnliche Räder. Sie sind nicht größer als die Landebeine unterhalb der Helikopter-Zylinder (ca. 1,8 m), nach Blumrich. Die „fassförmigen Segmente“ sind erst bei genauer Hinsicht zu sehen. Diese erwecken aber nicht die von Ezechiel geschilderten Eindrücke. Blumrich schreibt schließlich, dass seine Radkonstruktion „lediglich die prinzipiellen Auslegungen darstellen und keinerlei Verfeinerungen durch konstruktive Bearbeitung enthalten“. Die neben stehende Abbildung zeigt schematisch die Laufrichtungen der von Blumrich konstruierten Räder und der Fasssegmente, die sich gegenseitig behindern würden oder einen zu großem  Abstand voneinander hätten.

Die Räder nach J.F.Blumrich
Bild: Die Räder nach J.F.Blumrich (Grafik: W.Hain)

Kann man eine „kuppelförmige Kommandokapsel“ mit der Schilderung, „da war etwas, das aussah wie Saphirstein und einem Throne glich “ (Ez. 1,26) gleichsetzen. Der Kommandant ist nach Ezechiels Schilderung eindeutig im Freien gesessen, was für einen Astronauten etwas merkwürdig wäre. Es heißt nämlich: „…und AUF diesem thronähnlichen Gebilde war OBEN eine Erscheinung, die das Aussehen eines Menschen hatte“.

Der Prophet Ezechiel hatte wahrscheinlich zwischen 593 bis 573 v. Chr. insgesamt vier Begegnungen mit dieser „Herrlichkeit“. Eine davon, die dritte (592 v. Chr.), soll ihn in den Tempel von Jerusalem gebracht haben. „Es geschah im sechsten Jahre, im sechsten Monat, am Fünften des Monats, als ich in meinem Haus war.., da fiel dort auf mich die Hand des Herrn“, berichtet Ezechiel (Ez. 8,1-4). Ezechiel sah wieder „eine Gestalt, die das Aussehen eines Mannes hatte“, und „von seinen Hüften an und nach unten zu sah sie aus wie Feuer, und von seinen Hüften an und nach oben zu wie Himmelsglanz, wie der Anblick von Glanzerz“. Die Gestalt „streckte etwas aus wie eine Hand und fasste mich bei einer Locke meines Hauptes, und ein Geist hob mich zwischen Himmel und Erde und brachte mich nach Jerusalem in göttlichen Gesichten an den Eingang des inneren Tores, das nach Norden liegt, wo der Stand des Eifersuchtsbildes war, das die Eifersucht (Jahwes) erregte. Und sie, dort war die Herrlichkeit des Gottes Israel, entsprechend der Erscheinung, die ich in der Talebene geschaut hatte“.

Auch diese Schilderung wurde von einigen Autoren wieder präastronautisch interpretiert. Ein Raumschiff – oder jedenfalls ein Fluggerät – soll den biblischen Propheten nach Jerusalem gebracht und ihn anschließend im Tempel abgesetzt haben. Es ist aber schwer möglich, dass ein Raumschiff in einem Tempel landen kann – noch dazu im dem relativ kleinen Tempel von Jerusalem, der mit einem Dach bedeckt war. Der Tempel wurde ursprünglich von König Salomon etwa 950 v. Chr. erbaut. Er bestand aus einem länglichen Gebäude aus drei Teilen: einer Vorhalle, dem Ulam; einem Hauptraum, dem Hekal; und einem Hinterraum, dem Debir. Im Hinterraum, dem Debir, stand die Bundeslade, im Hauptraum, dem Hekal, standen der Räucheraltar, der Schaubrottisch und zehn Leuchter. Debir und Hekal waren voneinander durch eine Vorhang getrennt. Der Tempel war der religiöse Mittelpunkt Israels und hier wohnte auch Jahwe, der Gott Israels.

Der gesamte Tempel dürfte nach den Maßangaben in der Bibel, im 1. Buch der Könige, Kapitel 6, in hebräischen Ellen (ca. 45 cm), rechteckige Ausmaße gehabt und umgerechnet eine Länge von 30 Meter und eine Breite von 16 Meter gehabt haben – also 480 Quadratmeter. Der Vorraum war vermutlich 4 mal 7 Meter, also 28 Quadratmeter; der Hauptraum etwa 10 mal 7 Meter, also 70 Quadratmeter; und der Hinterraum ungefähr 7 mal 5 Meter, also 35 Quadratmeter groß. Das von Blumrich konstruierte Raumschiff mit seinem Gesamtdurchmesser von 18 Meter könnte also nicht IM Tempel landen weil dieser nur 16 Meter breit war.

Dass die „Herrlichkeit Jahwes“ aber IM Tempel war, geht aus dem Text eindeutig hervor: „…und die Herrlichkeit Jahwes ging fort von der Schwelle des Tempelhauses und ließ sich auf den Keruben nieder. Da hoben die Kerube ihre Flügel, stiegen auf von der Erde vor meinen Augen und zogen ab, und die Räder zugleich mit ihnen. Und sie stellten sich auf am Eingang des östlichen Tores des Hauses Jahwes, und die Herrlichkeit des Gottes Israels thronte über ihnen. Das war das Wesen, das ich unter dem Gott Israels am Flusse Kebar geschaut hatte, und ich erkannte, dass es die Kerube waren“ (Ez. 10,18-20). So heißt es auch an anderer Stelle „und die Wolke erfüllte den inneren Vorhof. Und die Herrlichkeit Jahwes erhob sich von den Keruben zur Schwelle des Hauses hin, und das Haus wurde mit der Wolke erfüllt, und der Vorhof war voll von dem Glanze der Herrlichkeit Jahwes. Das Rauschen der Flügel der Keruben war zu hören bis in den äußeren Vorhof wie die Stimme Gottes des Allmächtigen, wenn er spricht“ (Ez. 10,3-5).

Wer immer noch glaubt, die „Herrlichkeit Jahwes“ sei ein Raumschiff gewesen und im Tempel von Jerusalem gelandet, sei auf den Text im Buch Ezechiel, Kapitel 43, Vers 4, verwiesen, denn dort heißt es: „Und die Herrlichkeit Jahwes zog in den Tempel ein DURCH das Tor, das nach Osten gerichtet war.“ Jahwe sagte auch zu Ezechiel: “ Dieses Tor soll verschlossen bleiben. Es soll nicht geöffnet werden, und niemand soll durch dasselbe eingehen, denn Jahwe, der Gott Israels, ist DURCH dasselbe eingezogen“, (Ez. 44,1-3).

Wenn Ezechiel „in göttlichen Gesichten“ nach Jerusalem gebracht wurde, dann ist das so zu verstehen, dass er durch seine Überzeugung von der Richtigkeit des Glaubens an den Gott Israels, IM GEISTE nach Jerusalem ging, wo sich die Leute nicht an diesen Glauben hielten und dabei waren, sich von diesem abzuwenden. Ezechiel hob eindeutig „ein Geist“ empor und kein „mechanischer Arm“ irgendeines technischen Fahrzeugs; er hätte ja sonst berichtet „er streckte etwas wie eine Hand aus und hob mich damit empor“. Auch Jochim Pahl glaubte nicht so recht an die Deportation Ezechiels nach Jerusalem und meinte eher dass der biblische Prophet eine „Life-Show aus Chaldäa“ gesehen hat.

Abgesehen vom Ezechiel-Bericht scheinen auch die technischen Angaben Blumrichs nicht ausreichend für ein außerirdisches Raumschiff zu sein. Aus dem spezifischen Impuls lässt sich nämlich leicht die Ausstoßgeschwindigkeit des Raketenrückstrahls (im günstigsten Fall die Endgeschwindigkeit) errechnen. Der spezifische Impuls gibt den Zeitraum in Sekunden an, während dem sich mit 1 kg Treibstoff 1 kg Schub erzeugen lässt. Das hypothetische Ezechiel-Raumschiff hat – nach Blumrich – einen spezifischen Impuls von 2080 Sekunden, multipliziert mit der Erdbeschleunigung (die Kraft, die mindestens notwendig ist um des Schwerefeld der Erde zu verlasen) 9,81 m/s ergibt das eine Endgeschwindigkeit von 20.404 m/s – also knapp 20,4 km/s. Das würde zum Verlassen der Erdoberfläche zwar reichen, doch zum Durchqueren des interstellaren Raums zu wenig sein. Blumrich selbst hat das auch erkannt und meint deshalb, dass Ezechiel-Raumschiff wäre nur „für den Pendelverkehr zwischen einem Mutterschiff und der Erdoberfläche bestimmt“.

Doch auch für einen Pendelverkehr scheint dieses Vehikel mit nur 100 Tonnen Gesamtmasse etwas zu klein zu sein. Das von uns derzeit dazu benützte Spaceshuttle hat ein Eigengewicht von 107,5 Tonnen. Es muss mit einer Trägerrakete, die mit Treibstoff selbst 1790 Tonnen wiegt ins Weltall befördert werden. Das gesamte Startgewicht beträgt somit knapp 1900 Tonnen. Selbst bei einer weit fortgeschrittenen Technik wird diese Masse nicht bis zu einem Zehntel unterschritten werden können. Blumrich konnte aber kein größeres Raumschiff entwickeln, weil er dem Ezechiel-Bericht entsprechen und die vier Helikoptereinheiten einbeziehen musste, die ja die „vier Wesen mit Flügeln“ darstellen sollen. Ein fast 2000 Tonnen schweres Raumfahrzeug mit Helikoptereinheiten in die Lüfte zu heben stößt auf die Grenzen des technisch Machbaren. Selbst bei einer Reduzierung des Gewichts um die Hälfte, wäre eine Fortbewegung einer derartigen Masse allein mit Rotoren praktisch undurchführbar. Auch aus anderen Überlegungen bezüglich des Reibungswiderstandes beim  Verlassen der Erdoberfläche, ist ein raketenähnliches Gefährt wesentlich günstiger als eine Fluggerät ähnlich einem Brummkreisel mit einer großen Ausdehnung. .

Das Spaceshuttle plus TrägerraketeDas Spaceshuttle plus Trägerrakete:

Gesamtes Abfluggewicht
(Trägerrakete plus Shuttle) ca. 1900 Tonnen
Leergewicht des Shuttles 68 Tonnen
Treibstoffgewicht des Shuttles ca. 10 Tonnen
Maximale Nutzlast des Shuttles 29,5 Tonnen
Gesamtgewicht des Shuttles 107,5 Tonnen
Gesamtgewicht der Treibstofftanks der
Trägerrakete 740 Tonnen
Gesamtgewicht an Sauerstoff
und Wasserstoff 705 Tonnen
Gesamtschub beim Abflug 2800 Tonnen
Spez. Impuls 456 Sekunden
Ausströmgeschwindigkeit 4475 m/s
Länge des Shuttles 36 Meter
Breite des Shuttles 23 Meter
Gesamthöhe mit Trägerrakete 56 Meter


Diese Überlegungen kann man auf fast alle angeblich außerirdischen Flugkörper, die bisher im erdnahen Raum gesichtet wurden, und die nach Zeugenaussagen etwa 20 Meter im Durchmesser haben, anwenden. Sie sind einfach zu klein für bemannte Flüge im erdnahen Raum. Das Schwerefeld der Erde und auch auf anderen Himmelskörpern. lässt Flugobjekte nur in bestimmten Größenordnungen zu. Das Verhältnis zu Masse, Energie und Geschwindigkeit begrenzt dabei die Größe bzw. die Kleinheit der Flugobjekte. Je mehr Energie benötigt wird um einen entsprechend großen Körper aus einem Schwerefeld in den Weltraum zu schießen, desto größer wird die Masse des Antriebsaggregats, das diese Energie liefern soll. In einem relativ kleinen Flugköper mit nur wenigen Metern Durchmesser kann also nicht die nötige Energie gewonnen werden um diesen in den Weltraum zu bringen. Die Grenze der Geschwindigkeit für Raketen liegt wahrscheinlich bei 1500 km/s, weil dann das Material starken Belastungen ausgesetzt ist und hohe Temperaturen an den  Triebwerken auftreten. Um aber ein 100 Tonnen schweres Raumschiff mit 100  Tonnen zu schieben, das eine Ausstoßgeschwindigkeit von 1500 km/s erreichen soll, ist eine Energie von 750.000 Megawatt erforderlich. Das ist ungefähr die gesamte Leistung von 750 Atomkraftwerken derzeitiger Bauart. Unsere heutigen Raketen erreichen maximal 4 bis 5 km/s, und das nur für wenige Minuten – dann sind die Tanks leer. Das gilt auch für das Blumrich-Raumschiff, das die Geschwindigkeit von 20,4 km/s wahrscheinlich nur für kurze Zeit aufrecht halten kann. Dafür würde dieses Raumschiff aber eine Energie von 10.000 Megawatt benötigen – also die Leistung von etwa 10 Atomkraftwerken.

Im Jahr 2002 haben Techniker der norwegischen Firme Simicon ein Fluggerät der Presse präsentiert, das die Vorteile eines Helikopters als auch die eines Düsenflugzeugs verbindet und das eigenartigerweise wie das Raumschiff Enterprise aussieht.  „Das Endprodukt“, so die Pressemeldung, gleicht „optisch dem Raumschiff Enterprise“ und es ist vorläufig  „ein unbemanntes Fluggerät von viereinhalb Meter Durchmesser und einer halben Tonne Gewicht“. „Die Nachteile von Düsenjet und Helikopter soll es vergessen machen. Jets sind zwar schnell, brauchen aber lange Start- und Landebahnen. Hubschrauber wiederum können schweben und auf kleinstem Raum landen, erkaufen diese Vorteile aber mit ihrer geringen Geschwindigkeit“, meinen die norwegischen Techniker. Auch hier stehen die Techniker aber bis heute vor dem Problem, derartige Flugkörper zu vergrößern um sie bemannbar zu machen. Die vier Rotorblätter dieses Fluggeräts sind aus- und einklappbar und sie bewegen sich innerhalb des Objekts – also nicht wie jene des Blumrich-Raumschiffs in vier getrennten Einheiten mit jeweils vier Rotorblätter. Auch unsere größten herkömmlichen Helikopter haben lediglich zwei Einheiten mit jeweils vier Rotorblätter und diese befinden sich oberhalb des Fluggeräts und nicht unterhalb, weil für Helikopter ein Hochziehen immer günstiger ist als ein Hochdrücken.

Für den Shuttle-Verkehr zwischen der Erdoberfläche und der Raumstation haben sich bisher die Raketenversionen am günstigsten erwiesen. Die Nasa wird höchstwahrscheinlich auch weiterhin bei diesem System bleiben. Es werden aber in Zukunft aus Kostengründen und aus Energieersparnis die bemannten und die mit Gütern beladenen Einheiten getrennt mit Raketen ins Weltall befördert. Die Entwicklung eines neuen Shuttles (die X-33/X-34), das selbstständig (ohne Trägerrakete) ins Weltall (bis auf eine Höhe von 386 km von der Erdoberfläche, ISS) und wieder zurück fliegen soll, hat die Nasa wegen Ineffizienz und zu hohen Kosten im Jahr 2001 eingestellt.

Der Prophet Ezechiel aber, aus priesterlicher Familie stammend, so die Erklärung der Bibelexperten, „hat ein besonderes Interesse für Tempel, Priesteramt, Kult, kultische Vergehen und steht hierin der priesterlichen Überlieferung insbesondere dem Heilsgesetz nahe. In seiner Verkündigung spielen sinnbildliche Handlungen, ausführlich beschriebene Visionen und – manchmal bis ins einzelne ausgemalte – Gleichnisse, eine große Rolle. Seine Visionen leiten schon der Thematik und den verwendeten Bildern nach von der Prophetie über zu einer spezifischen Gruppe von Schriften im Spätjudentum, der apokalyptischen Literatur. Für Ezechiel ist Gott der Transzendente und absolute Heilige, die Geschichte Israels eine einzige Kette von Verfehlungen gegen Gottes Heiligkeit, die seinen Zorn und seine Strafe über Israel bringen; aber um der Ehre seines Namens willen wird er aus dem Läuterungsgericht ein neues Israel hervorgehen lassen unter dem neuen David, dem Hirten seines Volkes, und Gott selbst wird ein neues Herz und einen neuen Geist in ihr Inneres legen, damit die Völker erkennen, dass sich Jahwe vor ihren Augen als heilig erweist“.

Der Prophet Ezechiel hatte also religiöse „Visionen“, seherisch traumhafte Erscheinungen, oft auch als  Sinnestäuschungen oder als Wahnvorstellungen hingestellt. Er erstarkte damit in seinem Glauben an die Herrlichkeit Gottes und er vermengte in seinen Sichtungen reale Objekte und Ereignisse seiner Zeit mit religiösen Prophezeiungen, die ganz offensichtlich nichts mit Kontakten mit irgendwelchen außerirdischen Intelligenzen zu tun haben. Einige Forscher erkannten in den Schilderungen des „Thronwagens“ einfach eine  übertriebene visionäre Darstellung eines römischen Streitwagens. Wenn man sich das ganz oben gezeigte Bild von Schnorr vorn Carolsfeld ansieht (und auch ähnliche Darstellung aus dieser Zeit), kann man durchaus entsprechende Attribute in diesem Zusammenhang erkennen, die schlüssiger sind als die Raumschiffversion.

 

(Textauszug aus meinem Buch IRRWEGE DER GESCHICHTE, Wien 1981, geringfügig überarbeitet und aktualisiert.)

 

Quellen:

Blumrich, Josef F. Da tat sich der Himmel auf, Düsseldorf 1973.

Charroux, Robert: Verratene Geheimnisse, München 1979.

Däniken, Erich v.: Erinnerungen an die Zukunft, Düsseldorf 1968.

Däniken, Erich v.: Zurück zu den Sternen, Düsseldorf 1969.

Däniken, Erich v.: Beweise, Düsseldorf 1977.

Hain, Walter: Wir, vom Mars, Köln 1979.

Krassa, Peter: Gott kam von den Sternen, Freib. i. Br. 1974.

Pahl, Jochim: Sternenmenschen sind unter uns, München 1971.

Stanek, Bruno; Pesek, Ludek: Die neue Brücke ins All, Hallwag 1976.

 

Im Internet:

Ezekiel vision in biblical art:

http://www.biblical-art.com/biblicalsubject.asp?id_biblicalsubject=861&pagenum=1

http://www.dfrc.nasa.gov/Gallery/Photo/X-33/index.html

http://www.astronews.com/news/artikel/2001/03/0103-006.shtml